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Ilse Riedler

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Strange Ahead

 

  

 

„Strange ahead“ lautet der Name des neu gegründeten Ensembles der Saxophonistin, Klarinettistin und Komponistin Ilse Riedler und ist auch der Titel ihres Debüt-Albums. Der Titel der CD ist zugleich Programm. Ilse Riedler schlägt mit ihren auf der CD präsentierten Eigenkompositionen eine unübliche und äußerst spannende, außergewöhnliche und abwechslungsreiche musikalische Richtungen ein. Die Komponistin führt mit ihrer Band die Zuhörenden auf Hörwege, die keineswegs als „straight“ sondern durchaus als „strange“ im positivsten Sinn des Wortes zu bezeichnen sind. Die auf der CD ausgeloteten Hörwelten sind als auffallend, manchmal durchaus fremd, mysteriös, skurril, unbekannt und ungewöhnlich zu bezeichnen.

 

Ungewöhnlich sind die Kompositionen in mehrerer Hinsicht: Zunächst einmal fällt die unübliche Zusammensetzung des Ensembles auf. Die Band besteht aus der Komponistin, Ilse Riedler (Saxophon, Klarinette, Bassklarinette, Flöte), und aus den MusikerInnen Ingrid Oberkanins (Percussion), Jojo Lackner (E-Bass) und Lukas Knöfler (Drums). Das Ensemble wurde im Frühjahr 2007 gegründet und formierte sich sehr schnell zu einer ausdrucksstarken und dynamischen Band. Der Verzicht auf ein Harmonieinstrument zugunsten einer Percussionistin erweitert das Klang- und Tonpotential, das von den MusikerInnen äußerst gewinnbringend ausgeschöpft wird. Das vielfältig eingesetzte Instrumentarium (Hang, Loops, Bass-Effekte, Bassklarinette...) fällt durch seinen Facettenreichtum, seine Flexibilität und Beweglichkeit auf.

 

Außergewöhnlich darüber hinaus ist das Spannungsfeld zwischen Komplexität und Offenheit hinsichtlich unterschiedlichen Stilrichtungen, das in den Liedern professionell und fesselnd zugleich eingesetzt wird. Die CD enthält folgende Songs:

 

  1. 5er
  2. jawohl
  3. open this end
  4. elvis
  5. strange ahead
  6. sherry
  7. prolog
  8. suspense
  9. propomiden

 

Die Lieder sind eine Melange aus unterschiedlichen Grooves, Beats und Sounds, welche immer wieder modernen freien Klangfarben gegenübergestellt werden. Der Kontrast von ungeraden Metren und Jazzrock ist sowohl packend als auch überzeugend. Bemerkenswert ist eine Klangvielfalt, die nicht zuletzt durch den Einsatz von Electronics (Philipp Nykrin) erzeugt und durch ein Hornarrangement in „open this end“ (Martin Reiter) ergänzt wird. Die MusikerInnen überzeugen durch Intensität, Virtuosität und Differenziertheit in ihren Ausdrucksformen. Spannungsimpulse werden durch die Abwechslung von interaktiven Spiel und improvisatorischen Teilen gesetzt, wobei die vielschichtige Textur der Stücke selbst eine packende Atmosphäre erzeugt. Die brillante und feine Anordnung der Melodien und Rhythmen bewirkt umfassende und dichte, aber nichtsdestotrotz kompakte Klangbilder. Zusammenfassend präsentiert die CD eine ungewöhnliche, abwechslungsreiche und dadurch unbedingt hörenswerte Zusammenstellung von außergewöhnlichen Songs.