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Sir Oliver Mally

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Bound For Nowhere

 

 

Einst war “Sir” Oliver Mally “double tough and twice as cool”. Mittlerweile ist er schlicht einzigartig! Als ich mein erstes Interview mit Oliver Mally führte, stand gerade die CD „Wild Streak“ auf dem Programm, man schrieb das Jahr 1996. Elektrifizierender Blues zwischen Albert King und Lowell Fulson aber bereits mit höchster Eigenständigkeit versehen. Inzwischen ist eine Menge Wasser den Mississippi hinabgeflossen, begleitet von unzähligen Platten und noch unzähligeren Gigs. Oliver Mally hat es sich – und wohl auch seinen Mitspielern - nie besonders leicht gemacht, seinen Hang zum Perfektionismus stets ausgelebt, Selbstkritik und Selbstzweifel inbegriffen. Aber nur dieser Weg legitimiert ihn letztlich, Songs wie Blind Lemon Jeffersons „One Kind Favour“ anstimmen zu dürfen, ohne ihnen die Integrität zu rauben. Still, nachdenklich, subtil. Überhaupt ist „Bound For Nowhere“ ein spannendes Wiederhören und Wiedererleben etlicher alter Freunde. Vom Blues Distillery-Klassiker „Cherry Pie“ bis zu Robert Johnsons „32-20“ oder Muddy Waters´ „I Can´t Be Satisfied“. Es wäre aber nicht Oliver Mally, würde er sich auf klassischen Blues „beschränken“. „Cold Wind Blowin´“, die Billy-The-Kid-Moritat „No One Knows What It Takes…” oder auch Townes Van Zandts „Flyin´ Shoes“ offenbaren des Sängers und Gitarristen starken Hang zum Genre der Singer/Songwriter. Dass Mally auch in diesen „Schuhen“ authentisch bleibt – egal ob slidend oder fingerpickend und mit markanter Stimme-, dankt er unter anderem seiner zitierten langjährigen Erfahrung. Um die Intensität dieses Albums erreichen zu können ist es eben nicht genug, sein Instrument ausgezeichnet zu beherrschen, man muss auch etwas zu sagen haben. Und es wäre auch nicht Oliver Mally, würde er auf „a little help from some friends“ verzichten. Allen voran Raphael Wressnig an den Tasten. Selten hat sich ein junger Musiker mit derartiger Frische, Spontaneität und großem technischen Können in die erste Reihe seine Faches katapultiert, bestes Beispiel „Graveyard Shift“. Vom Boogie-Keller über das Barrelhouse in die Konzertsäle des Jazz. Dennoch ist es Oliver Mally, der - zwar unaufdringlich aber doch bestimmt – das Geschehen dominiert. „Charisma“ nennt man so etwas in Fachkreisen...oder „Bound For Glory“.

 

Dietmar Hoscher, Bluesautor

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